Let’s explore the city

Die letzten zwei Tage habe ich zusammen mit einer anderen Deutschen Freiwilligen, Lea, damit verbracht, die Stadt zu erkunden – hier sind meine Erlebnisse und Beobachtungen.

Den Donnerstagmorgen gab es erstmal noch Organisatorisches zu erledigen, wofür wir gegen halb elf im Emergency Shelter waren und von da aus mit einer Mitarbeiterin zur Bank gelaufen sind. Dort haben wir ein Irisches Konto eröffnet, auf welches wir dann in Zukunft unser Taschengeld überwiesen bekommen. Danach wurde uns noch die Stadt gezeigt und bei einer Tasse Tee haben wir verschiedene Unterlagen bezüglich unserer Arbeit erklärt bekommen.

Nach einem Einkauf bei Aldi sind wir am Nachmittag zum Shandon Bell Tower gelaufen. Dieser befindet sich in der St. Anne’s Church, eine der ältesten Kirchen in Cork. Direkt am Eingang bekommt man schon Ohrenschützer überreicht, weil der Weg zum Kirchturm direkt an den Glocken vorbeiführt. Bevor es soweit ist, kommt aber ca. auf der Hälfte der Strecke noch das Highlight: Jeder kann die Kirchglocken selbst spielen.

Dafür gibt es wie auf dem Foto zu sehen ist acht Seile, die zu den acht verschiedenen Glocken gehören und auch durchnummeriert wurden. In einem Heft neben den Seilen stehen verschiedene Melodien zu mehr oder weniger bekannten Liedern, so dass einem einfach gesagt wird, an welcher Nummer man ziehen muss, damit das Lied ertönt. Ich habe mich für Bruder Jakob entschieden und hatte sehr viel Spaß, die Anwohner tun mir aber schon ein bisschen leid.

Nach dem in Deutschland aufgrund von Sicherheitsbestimmungen garantiert verbotenen Aufstieg zum Turm auf einer engen und steinernen Treppe, von der aus man auch mal auf eine Leiter umsteigen musste, hatte man von dem Turm aus eine wirklich tolle Aussicht über Cork. Den Shandon Bell Tower kann ich also nur jedem empfehlen, der die Stadt mal besuchen will!

Am nächsten Tag war es erstmal die Mission von Lea und mir, Brot zu backen – das gibt es in Irland natürlich nicht so, wie wir es kennen und lieben, und zusätzlich lag im Haus noch eine Brotbackmischung rum. Es hat überraschend gut geklappt, und am Ende des Tages konnten wir uns damit und auch mit einem in der Zwischenzeit gebackenen Kuchen bei unseren Mitbewohnern beliebt machen („you know, I like our two new flatmates!“).

Das Englischreden ist mir davor schon nie schwergefallen, aber jetzt ist es für mich wirklich komplett normal, sich nur noch auf Englisch zu unterhalten. Selbst mit Lea habe ich mich darauf geeinigt, dass wir nur noch Englisch miteinander sprechen, um uns so mehr daran zu gewöhnen und auch sicher zu gehen, dass wir in der WG vor anderen so nicht Deutsch sprechen. Es ist zudem auch sehr praktisch, jemanden aus den USA und aus Neuseeland dabei zu haben – wenn man mal ein Wort nicht weiß, kann man sich direkt bei ihnen erkundigen. Aufgrund des ganzen Englischsprechens fällt mir das Deutsche aber auch schon wieder schwerer, auch, weil ich mittlerweile eher dazu tendiere, auf Englisch zu denken.

Den Nachmittag habe ich mir mit Lea die Universität in Cork angeguckt. Um dort hinzukommen, haben wir uns 2 Fahrräder ausgeliehen, die uns hier zur Verfügung stehen. Der Weg dahin war… Nun ja, interessant mit den Fahrrädern, to say the least. Wenn ich einfach mal den Zustand meines Fahrrads mit nichts weiter als diesem Bild:

und den Worten: ‚Natürlich auch zu groß‘ beschreibe, dann wäre dieser Punkt zumindest so halb erledigt und ich kann weiter zu den Fahrradwegen kommen. Ich bin aus der Fahrradstadt Münster natürlich einiges gewöhnt, aber dass in Cork nur in der Innenstadt vielleicht fünf kurze Fahrradwege existieren, ist schon traurig. Diese sind dann meistens auch Einbahnstraßen, so dass wir dann einfach Fahrradwege in die verkehrte Richtung gefahren sind – sowas hier ist den Menschen zum Glück aber egal. Manchmal war die Busspur auch zusätzlich ein Fahrradweg, wir mussten entweder im Linksverkehr auf der Straße oder einfach auf dem Bürgersteig fahren – kein Wunder, dass hier so wenige Fahrradfahrer unterwegs sind…

Im Endeffekt haben wir es aber sicher zur Universität geschafft und konnten diese bewundern. Aus Deutschland ist man ja vor allem viele moderne Universitätsgebäude gewohnt, doch in Irland gibt es wie auch in Großbritannien sehr schöne, alte Gebäude, die an Hogwarts erinnern. Gleichzeitig ist in Cork aber auch alles irgendwie ein bisschen kleiner, weshalb die Uni dann doch eher wie Oxford als Hogwarts wirkte. Was den Zauber auch noch zusätzlich auflöst, ist dass die Unis in Irland natürlich auch Geld kosten: Hier zahlt man ca. 3000€ pro Jahr, und Nebenkosten kommen dort natürlich auch noch zu – da kommt man in Deutschland dann doch deutlich günstiger. Nur halt nicht so schön.

UCC, University College Cork
The Headmaster’s Office

Nachdem wir unseren Weg durch das Irische Verkehrschaos sicher zurück gefunden hatten, genossen wir noch einen schönen Abend mit unseren Mitbewohnern – und natürlich auch mit typischem Deutschen Brot.

4 Gedanken zu “Let’s explore the city”

  1. Hi Kira,
    ein toller Bericht, ich wusste gar nicht, dass du so gut Fahrräder reparieren kannst. Ich freue mich schon auf die ersten Berichte deines Dienstes.
    Grüße aus Greven 🙂

    Like

  2. A great article! Have fun in ireland!
    How is the weather in ireland? Is it always raining like in sweden?
    Greetings from Greven!

    Like

    1. More rain than in Sweden? Impossible! Sweden is wetter than the Atlantic Ocean! I would also like to remind my dear brother of the fact that you always write countries with a capital letter 🙂 But the weather in Cork changes every minute: we’ve had sun or just cloudy weather for most of the time, but there was of course a bit of rain in-between. It rains here quite often, but it’s so far never rained for a longer period of time – the max was probably 5 minutes. So you can always just look out for a cover for a few minutes when it’s raining and then go on with your day

      Like

Hinterlasse einen Kommentar